Oft hängt muffiger Geruch mit Feuchtigkeit, Schimmel und Bakterien zusammen. Je nach Geruchsnote (z. B. süßlich-faulig, hefig, dumpf-schimmelig, feucht-erdig) kommen weitere Ursachen in Betracht. Ob der Geruch gefährlich für Ihre Gesundheit ist, kommt auf die Quelle(n) an. Ich selbst habe einige Jahre mit einem verstecktem Schimmel gewohnt und HNO-Probleme bekommen – besonders morgens. Daher ist es mir ein persönliches Anliegen Ihnen zu helfen.

Nachfolgend typische Fragen und Antworten zu dem Thema muffiger Geruch, kein Schimmel sichtbar.

Wichtig: Sie können mit den nachfolgenden Hinweisen probieren, die Ursache selbst einzugrenzen. Bitte öffnen Sie Bauteile nie ruckartig und schützen Sie sich. Vor dem Beginn von Rückbauarbeiten sollten Sie immer einen Sachkundigen hinzuziehen. Ansonsten können Sie sich selbst und andere gefährden und kontaminieren u.U. viele Zimmer und die Einrichtung.

Muffiger Geruch im Keller

In älteren Gebäuden entsteht ein modriger Geruch im Keller besonders häufig.
Folgende Ursachen sind typisch:

Versteckter Schimmel

Gibt es z. B. Vertäfelungen, Fußbodenbeläge oder andere Abdeckungen besteht immer das Risiko, dass sich dahinter Schimmelpilze oder Bakterien vermehren können.

behagliche Wohnumgebung

Der Keller ist hierbei ein Spezialfall, da die Wände Erdkontakt haben und dadurch ein anderes Temperaturgefälle. Mittels Geruchsprüfung, Probeöffnungen und Messtechnik (z. B. mit Gann Hydromette Compact B) kann eingegrenzt werden.

Ist der Ausbau im Keller zu wertvoll für Öffnungen oder sind diese zu schwer zu erreichen, ist es auch möglich eine Raumluftmessung auf MVOC (mikrobielle flüchtige organische Verbindungen) zu machen. Diese Messungen sollten nur von Bausachverständigen durchgeführt werden.

Auch der Einsatz eines Schimmelspürhundes ist denkbar, s.a. Artikel

Schreiben Sie uns für einen Experten vor Ort, wenn Sie einen Schimmelgeruch wahrnehmen und nicht weiterkommen.

Siphon

Ein kaum benutzter Siphon ist eine Brutstätte für Bakterien und Schimmel. Modriger Geruch wird erzeugt, der verdünnt in der Raumluft wahrnehmbar ist.
Einfache Abhilfe schafft das Einfüllen von Wasserstoffperoxid (11,9 %). Auch das regelmäßige Eingießen von Wasser ist hilfreich, damit das gestockte Wasser ausgetauscht wird. Falls ein Siphon nicht mehr genutzt wird, ist es eine Option diesen zu verschließen.

Verschleppte Gerüche

Gegenstände aus einem vorherigen Haus, mitgenommener Sperrmüll oder Möbel von Freunden und Verwandten können selbst Gerüche einbringen. Bei guter Belüftung ist der Geruch evtl. nicht auffällig, in verschlossen Zimmern wirkt sich dieser anders aus. Prüfen Sie, ob das Ausräumen von Gegenständen eine Verbesserung bewirkt. Ausmisten soll zudem befreiend wirken.

Zu hohe Luftfeuchtigkeit

Im Keller herrscht oft eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, da dieser am Erdreich anliegt und in der Regel nicht gedämmt und beheizt ist.

Wenn nun organische Gegenstände wie Kartons und Bücher gelagert werden, können diese einen Modergeruch entwickeln und das Wachstum für Schimmel begünstigen.

Es ist empfehlenswert Hygrometer (z. B. Thermohygrometer) im Keller aufzustellen, um ein Gefühl für die aktuelle Luftfeuchtigkeit und die Raumklimaentwicklung zu erhalten.

Kunden kommen immer wieder auf die Idee im Sommer im Keller zu lüften, um ihn trockener zu machen. Warme Luft kann allerdings viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen (Thermodynamik).
Ich erkläre es gerne mit dem Bierglas-Effekt. Ein kaltes Bier im Hochsommer und schon laufen die Wassertropfen am Glas herunter, d. h. der Taupunkt wurde überschritten und Wasser aus der Luft kondensiert.

Um die Kellerfeuchtigkeit zu reduzieren, können Sie gezielt lüften – wenn es außen deutlich kälter ist als im Keller. Allerdings schaffen es die wenigsten das kontinuierlich durchzuführen. Mittlerweile gibt es für feuchte Keller auch Sensor-gesteuerte Taupunkt-Lüftungssysteme.

Evtl. ist eine feuchte Wand vorhanden, die durch eine unzureichende Drainage oder Außenabdichtung entstanden sind. Das ist oft sichtbar, aber in manchen Fällen auch nicht.

In diesen oder weiteren unklaren Situationen schreiben Sie uns für einen Vor-Ort-Termin.

Muffiger Geruch nach Wasserschaden

Nicht selten wird nach einem Wasserschaden eine Trocknung und Sanierung durchgeführt, doch der Schimmelgeruch bleibt.

behagliche Wohnumgebung

Bei Schimmel, aber auch Bakterien entstehen flüchtige Verbindungen (MVOC) und diese können in verschiedene Bauteile gehen und dort selbst längere Zeit ausgasen.

In einem komplizierten Fall war der Geruch in einem Zimmer sogar durch die Wand (Gipsplatte) gewandert.

Es ist möglich, dass die Sanierung nur unzureichend durchgeführt und der Schaden nicht vollständig behoben wurde. Lassen Sie sich die Trocknungsprotokolle geben und dokumentieren Sie möglichst viele Informationen, was wie gemacht wurde.

Ebenso sind Verschleppungen von Schimmel in andere Räume möglich, wenn bei der Sanierung nicht sauber abgetrennt wurde.

Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte an uns für eine Nachkontrolle und Ideen, um den Geruch wieder zu reduzieren. Das kann meistens nur Vor-Ort und anhand der Vorgeschichte geklärt werden.

Muffiger Geruch im Kleiderschrank

Riecht die Kleidung muffig, sind folgenden Ursachen besonders häufig.

behagliche Wohnumgebung

Der Kleiderschrank steht z. B. direkt an einer Außenwand (ohne / kaum Luftzirkulation). Dahinter kann sich Kondensat (Feuchtigkeit) bilden und ein Schimmelpilz oder Bakterien können wachsen. Rücken Sie den Schrank vor und prüfen Sie, ob Sie Anzeichen für einen Schimmelpilz sehen (z. B. Verfärbungen). Der Geruch von Schimmel kann sehr persistent sein und sich lange in der Kleidung halten. Es ist hilfreich die Kleidung bei der maximal verträglichen Temperatur zu waschen und an der frischen Luft / Sonne einige Tage aufzuhängen. Bei starker Kontamination kann es sinnvoll sein, die Kleidung zu entsorgen.

Eine weitere Besonderheit in einem Kleiderschrank sind die Beschichtungen (Öle, Lacke) und die Materialien. Im Inneren von Schränken gibt es kaum Luftaustausch. Das führt dazu, dass die Gerüche sich konzentrieren und Kleidung diese aufnimmt.

Je nach Beschichtungen sind längere Trocknungszeiten sinnvoll oder das Beschichten mit speziellen Anstrichen. Es ist generell hilfreich die Kleidung aufzuhängen, anstelle sie stapeln.

Lesen Sie auch das folgende Kapitel, denn die Baumaterialien können auch diesen muffigen Geruch in die Kleidung bringen.

Muffiger Geruch im Fertighaus (besonders Baujahre 1959 – bis ca. 1986)

Unter Sachverständigen ist der typisch schimmelig-muffige Fertighausgeruch bekannt. Dieser kann auch in Richtung modriger Geruch tendieren – je nachdem wie viel Feuchtigkeit beteiligt ist.

behagliche Wohnumgebung

Der Fertighausgeruch ist sehr penetrant und bleibt an der Kleidung der Bewohner haften, d. h. diese blenden ihn zwar häufig aus, aber Freunde, Verwandte und Besucher sollten bei Verdacht Hinweise geben.

Ursächlich sind oft Chloranisole, die durch Bakterien und Schimmelpilze gebildet werden. Wichtig zu wissen ist, dass die gefährlichen Holzschutzmittel Pentachlorphenol (PCP), Lindan etc. in den oben genannten Baujahren eingesetzt wurden und diese eine Grundlage für die Chloranisole sind (z. B. PCP –> Trichoderma virgatum –> Pentachloranisol).

Die Frage nach einem Feuchteschaden kann nicht eindeutig beantwortet werden und müsste geprüft werden.

Wenn Sie ein Fertighaus / Steinhaus aus den Baujahren 1959 bis ca. 1986 kaufen wollen oder bereits nutzen, empfehle ich Ihnen dringend eine Prüfung auf Gefahrstoffe. Das Vorhandensein von Chloranisolen, Holzschutzmittel und weiteren Schadstoffen kann einen enormen Wertverlust bedeuten und ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Schreiben Sie uns für eine Bestandsaufnahme mit G